Versicherung digitalisieren: Wie KI das Underwriting neu erfindet



Versicherungen und „macht Spaß" – zwei Dinge, die selten im gleichen Satz auftauchen. Dabei wäre es so einfach. Zumindest technisch gesehen.
Wer Versicherung digitalisieren will, stößt schnell auf die gleichen Probleme: Papierformulare, endlose Excel-Tabellen, E-Mail-Ketten, die niemand mehr überblickt. In der Praxis bedeutet das: Produktänderungen dauern Monate, Onboarding ist unnötig kompliziert, und manuelle Schritte sorgen für Fehler und Verzögerungen im gesamten Underwriting-Lifecycle.
Kein Wunder, dass die Digitalisierung hier noch Nachholbedarf hat.
REALYTIX ZERO, ein Corporate Start-up innerhalb von Munich Re, steht für den Abschied von diesen Legacy-Strukturen. In der aktuellen Episode von Digital Product Talks erklärt Tanja Amling, Chief Product Officer bei REALYTIX ZERO, wie ihr Team Versicherungsprozesse so intuitiv machen will wie das Aufsetzen eines modernen Online-Shops in Shopify – durch bessere UX und den gezielten Einsatz von KI.
REALYTIX ZERO ist ein Corporate Start-up von Munich Re und hat sich ein ambitioniertes Ziel gesetzt: Versicherungsprozesse so einfach machen wie einen Shopify-Store aufsetzen. Klingt mutig? Ist aber ziemlich smart.
Tanja Amling, Chief Product Officer bei REALYTIX ZERO, bringt es in der aktuellen Folge von Digital Product Talks auf den Punkt:
„Unser Ziel ist es, Versicherungsprozesse so intuitiv zu machen wie Online-Shopping – selbst bei komplexen Produkten."
Die Plattform ist cloudbasiert, modular und auf No-Code/Low-Code ausgelegt. Das bedeutet konkret: Fachbereiche können Produktlogiken, Workflows und Preise selbst konfigurieren – ohne auf IT-Tickets zu warten. Schneller, günstiger, und ohne bei null anzufangen, weil sich die Plattform nahtlos in bestehende Systeme einklinkt.
Das Ergebnis: Underwriting wandelt sich von einem trägen, manuellen Prozess zu einer modularen, vollständig digitalen Experience.
Lange galt in der Versicherungswelt: Hauptsache, es funktioniert irgendwie. UX? Schön, wenn's klappt – aber kein Muss. Diese Zeit ist vorbei.
Was auf den ersten Blick nach „schickem Design" klingt, zahlt sich knallhart aus: schnellere Time-to-Market, weniger Fehler, bessere Daten, höhere Effizienz.
Was REALYTIX ZERO einzigartig macht, ist die Kombination aus Start-up-Agilität und Konzernstärke. Teams iterieren schnell, testen Ideen in Echtzeit und passen sich flexibel an – mit der Stabilität und den Ressourcen von Munich Re im Rücken.
Usability spielt dabei eine zentrale Rolle. Versicherungssoftware hat historisch technische Vollständigkeit über Benutzerfreundlichkeit gestellt – mit den bekannten Folgen: geringe Adoption, Workarounds, Frustration. Prozesse wie Self-Service, Onboarding und Vertrieb müssen grundlegend neu gedacht werden, um digitale Akzeptanz wirklich zu ermöglichen.
REALYTIX ZERO denkt Interfaces vom Nutzer her – nicht von der Technik. Klare Prozesse, geführte Workflows, Oberflächen, die sowohl Experten als auch Gelegenheitsnutzer abholen. Das Ergebnis: weniger Schulungsbedarf, schnelleres Onboarding, und Menschen, die ihre Tools tatsächlich gerne benutzen.
Eine der bedeutendsten Neuerungen bei REALYTIX ZERO ist die Einführung des CoPilot – generative KI und Large Language Models, direkt in Produktdesign und Underwriting-Workflows integriert.
Der CoPilot ermöglicht es Versicherungsteams, in natürlicher Sprache zu arbeiten: Produkte entwerfen, Underwriting-Logiken anpassen, bestehende Preisstrukturen verstehen – alles per Prompt, nicht per Ticket. Statt Business-Anforderungen mühsam in technische Spezifikationen zu übersetzen, interagieren Teams direkt mit der Plattform, generieren Produktkomponenten, erkunden Konfigurationsoptionen und verfeinern Logiken im Dialog.
Neben der Zeitersparnis verbessert der CoPilot auch die Qualität: bei der Datenverarbeitung, der Logikvalidierung und der Produktdokumentation. Manuelle Fehler sinken, das Underwriting-Team gewinnt Kapazität für wertschöpfende Entscheidungen.
Die Leistungsfähigkeit des CoPilot wurde auf der ITC DIA Barcelona 2023 erstmals präsentiert – und mit dem DIAmond Award ausgezeichnet. Eine Anerkennung, die zeigt: KI-gestützte Produktkonfiguration ist im digitalen Underwriting längst kein Nischenthema mehr.
Die Arbeit von REALYTIX ZERO steht für einen klaren Wandel in der Versicherungsbranche: weg von starren Systemen, hin zu konfigurierbaren Plattformen, KI-gestützter Produktentwicklung und ökosystembasierter Integration. Wer Produkte in Tagen oder Wochen statt in Monaten launchen oder anpassen kann, sichert sich einen echten Wettbewerbsvorteil – gerade in Märkten, in denen sich regulatorische Anforderungen und Kundenerwartungen schnell verschieben.
Externe Partner spielen dabei oft eine entscheidende Rolle. Digitale Underwriting-Lösungen zu gestalten erfordert nicht nur technische Umsetzungskompetenz, sondern auch Produktdenken, UX-Expertise und die Fähigkeit, organisatorische Komplexität zu navigieren. MVP-getriebene Entwicklung, schnelle Feedback-Loops und enge Zusammenarbeit zwischen internen Teams und externen Spezialisten sind dabei immer wieder die entscheidenden Erfolgsfaktoren.
„Wir wollen ein modernes Versicherungsökosystem schaffen – kein einzelnes Produkt." – Tanja Amling, Chief Product Officer bei REALYTIX ZERO
Plattformen wie REALYTIX ZERO zeigen, wohin die Reise geht: Der deutsche Versicherungsmarkt wird zunehmend automatisierter, modularer und nutzerzentrierter. Tiefere KI-Fähigkeiten, nahtlose Integrationen und sich weiterentwickelnde Self-Service-Modelle werden die Art, wie Versicherer Produkte gestalten und mit Kunden interagieren, grundlegend verändern.
Die langfristige Vision: nicht einfach bessere Software bauen – sondern ein vernetztes, menschlicheres Versicherungsökosystem schaffen.
Klingt nach deinem Thema? Wenn du Versicherung digitalisieren willst, sind wir nur eine Nachricht entfernt.
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Lora ist Marketing Managerin bei COBE. Sie liebt es bei neuesten Marketingtrends up-to-date zu sein, Prozesse zu verbessern und neue Ideen zu entwickeln. In ihrer Freizeit sammelt sie Content-Inspiration am liebsten mit einem Kaffee in der Hand.




